Ich will euch berichten, Brüder und Schwestern, was Gottes Gnade in den Gemeinden in Mazedonien bewirkt hat. Sie hatten viel zu leiden und haben es nicht nur standhaft ertragen; vielmehr wurde ihre Freude im Glauben nur umso stärker und führte trotz ihrer großen Armut zu einer erstaunlichen Hilfsbereitschaft. Ihr könnt es mir glauben: Sie spendeten, so viel sie konnten, ja noch mehr, und sie taten es ohne Aufforderung. Sie haben sich mir geradezu aufgedrängt und darum gebeten, sich an diesem Werk der Gnade Gottes beteiligen zu dürfen – an dieser Hilfeleistung, in der die Verbundenheit mit der Gemeinde in Jerusalem zum Ausdruck kommt. Sie taten dabei noch mehr, als ich gehofft hatte: Sie schenkten sich selbst, zuerst dem Herrn und dann, dem Willen Gottes gemäß, auch mir.
– 2. Korinther 8,1-5

7. Freude, die überfließt

 

Dieser Bericht lässt einen geradezu sprachlos werden. Bei den Gläubigen in Mazedonien – also denjenigen, die Paulus aufsuchte, weil er im Traum von Gott hörte: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns“ – hat das Evangelium ein solches Ergebnis hervorgebracht. Obwohl sie viel zu leiden hatten, wurde ihre Freude im Glauben immer stärker. Die Freude wurde so kraftvoll, dass sie sich nicht von Umständen begrenzen ließen. Trotz ihrer Armut gaben sie großzügig und unterstützten Paulus auf eine Weise, dass er nicht nur genug, sondern sogar Überfluss hatte. Sie taten es ohne Aufforderung.

Während Paulus den Korinthern diese außergewöhnliche Großzügigkeit beschreibt, bestätigt er den Christen in Philippi, eben dieser Gemeinde in Mazedonien, den Empfang ihrer Gaben und schreibt ihnen: „Ich habe aber alles erhalten und habe Überfluss“ (Philipper 4,18). Dies alles entstand aus einer Freude an Gott, die wuchs und stärker wurde und dazu führte, dass die Gläubigen sich wiederum ganz Gott schenkten und in Folge selbstlos handelten.

Die Freude aus dem Glauben ist nicht egozentrisch, sondern überfließend. Es liegt schon in der Natur der Freude, sich mitteilen zu wollen. Wenn sich Kinder freuen, dann laufen sie zu den Eltern und wollen ihnen den Grund ihrer Freude zeigen. Sie wollen sich mitteilen und das kann auch schon mal etwas aufdringlich werden. Genau das haben die Gläubigen in Mazedonien getan, wenn Paulus beschreibt: „Sie haben sich mir geradezu aufgedrängt“.

Ein jüdischer Witz erzählt, dass ein Rabbi am Sabbat seiner Leidenschaft, Golf zu spielen, nicht widerstehen konnte. Oben im Himmel sagt Petrus zu Gott: „Siehst du den Rabbi, wie er Golf spielt, willst du ihn nicht bestrafen?“ Gott nickt und Petrus schaut zu, wie der Rabbi mit nur einem, überaus genialen Schlag den Ball ins Loch befördert. Petrus fragt ganz verdutzt: „Ich dachte, Du wolltest ihn bestrafen?“ Gott daraufhin: „Das habe ich doch! Denn wem kann er das jetzt erzählen?“ Teile deine Freude und du wirst unbeschreibliche Wunder erleben und eines davon ist, dass sich die Freude vermehrt.

Gebet: „Vater, ich danke Dir, dass Du alle meine Bedürfnisse kennst. Du bist ein Gott der Fülle und aus Deiner Fülle darf ich empfangen. Danke für Deine Freude, die mich vollständig macht und befähigt weiterzugeben, damit zu Deiner Ehre Überfluss entsteht. AMEN“