Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor Sein Angesicht mit Frohlocken!
– Psalm 100,2

4. Freude – mehr als Vergnügen

 

Freudige Ereignisse sind etwas Wunderbares. C. S. Lewis sagte einmal: „Wir geben uns viel zu schnell mit Minderwertigem zufrieden“. Gottes Idee der Freude ist viel größer, als dass wir sie nur punktuell und gelegentlich bei einem Vergnügen erfahren.

Eine Eisdiele war mein bevorzugter Zwischenstopp, wenn ich früher von der Schule nach Hause radelte. Es war ein Vergnügen, das allerdings seinen Preis hatte und doch schnell vorbei war. Wir sollten uns nicht mit Vergnügen, die schnell vorbei sind und langfristig einen hohen Preis nach sich ziehen, abfinden. Auch sollten wir nicht auf Ereignisse von außen warten. Wenn wir uns für ein Leben mit Gott entschieden haben, dann ermöglicht Er uns, dass wir selbst Einfluss auf die Freude in unserem Leben nehmen. Wir können dafür die Verantwortung übernehmen. Wer erfolgreich die Führerscheinprüfung absolviert und die Fahrerlaubnis erworben hat, übernimmt Verantwortung, und mit zunehmender Fahrpraxis wird er souveräner.

Jesus hat alles für uns getan, Er hat uns Freiheit erworben und Vergebung geschenkt, Altes ist vergangen und Neues ist entstanden in unserem Leben. Dieses Neue dürfen wir mitgestalten. Es ist erstaunlich, doch Gott schenkt uns die Möglichkeit, auf unsere Freude einzuwirken. An vielen Stellen finden wir in der Bibel die Aufforderung, Einfluss auf unsere Gefühle zu nehmen (siehe Philipper 4,4; 1. Thessalonicher 5,16; Römer 12,8; Römer 12,15). Jesus war uns auch hier ein Vorbild: Er ging den Weg des Gehorsams, um der vor Ihm liegenden Freude willen (Hebräer 12,2).

Wir werden aufgefordert, unseren Blick auf Gottes Absicht, Seine Verheißung und Seinen Lohn zu richten, damit diese Realität und die damit verbundene Freude uns erfüllt. Dieses Einüben, Einfluss auf die Gefühle zu nehmen, kann ein Prozess sein, der sich anfangs noch ungewohnt anfühlt. Doch sehr schnell stellt sich eine Souveränität ein, wie die Routine bei zunehmender Fahrpraxis. Zunächst mag sich das noch fremd anfühlen, doch je öfter du dich für die Freude entscheidest und auf die göttliche Perspektive blickst, wirst du eine geistliche Reife entwickeln. In allen Situationen und aus allen Stimmungen kannst du dich der Freude zuwenden und dir deiner Gott gegebenen Identität bewusst werden.

Lebe als ein Genießer göttlicher Freude. In gewisser Weise ist es deine Pflicht, denn du sollst Gott verherrlichen. Wenn sich ein Liebespaar küsst und ihnen der Kuss kein Vergnügen bereiten, sondern einfach nur eine Pflicht darstellen würde, dann wäre dies fatal. Doch viele Christen pflegen mit Gott so eine pflichtbewusste Beziehung ohne Freude. Entwickle das Maß deiner geistlichen Reife, indem du dich für Freude entscheidest, die aus dem Vertrauen in Seine Versprechen erwächst.

Gebet: „Danke für Deine Verheißungen und Zusagen. Danke, dass dies ein Tag ist, den Du gemacht hat – ich will mich freuen und fröhlich sein. AMEN“