Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.
– Sprüche 4,23

3. Ein Herz voller Freude

 

Wenn ein Mensch sich unbeobachtet fühlt und einfach so seinen Gedanken nachsinnt, dann legt sich meist ein ganz bestimmter Ausdruck auf sein Gesicht. Manche Menschen wirken dann sehr nachdenklich oder besorgt, andere entspannt und gelassen. Als Salomo aus seiner Weisheit heraus das Buch der Sprüche schrieb, hat er viele Wahrheiten notiert. Doch kaum eine Aussage ist so zentral und wesentlich, wie diese. Einige Bibelausgaben übersetzen auch wie folgt: „Achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben!“.

Egal, wie wir es auch formulieren, die zentrale Frage ist: Welche Gefühle, Gedanken und Impulse prägen unser Leben? Sind es positive Empfindungen, die Freude in sich tragen oder dominiert der Schmerz, die Angst, die Bitterkeit, die Wut oder Verzweiflung? Unser Herz ist umkämpft, doch Gottes Absicht ist es, dass unser Normalzustand ein Zustand der Freude ist.

Wenn ein Kind geboren wird, dann beginnt es schon nach wenigen Tagen Augenkontakt herzustellen. Es benötigt Freude und es reflektiert Freude – wenn seine Grundbedürfnisse gestillt sind. Das Kleinkind lernt in den ersten Jahren viel. Es lernt Greifen, Krabbeln, Sprechen und Laufen. Es fällt hin und steht wieder auf, es erlebt, wie es scheitert und neue Fähigkeiten gewinnt. Doch vor allem lernt es, immer wieder in den Ursprungszustand der Freude zurückzufinden. Kinder können streiten und schnell wieder spielen und lachen.

Jesus nimmt die Kinder und stellt sie in die Mitte der Zuhörer und sagt: „Werdet wie die Kinder!“ Wir sind so geschaffen, dass Freude unser Grundzustand ist. Normal bedeutet weder niedergedrückt, noch übermütig, sondern von Freude durchzogen, von Kopf bis Fuß voller Freude. Das Evangelium beginnt mit der Botschaft: „Siehe ich verkünde euch große Freude“ und bereits zuvor spricht der Engel zu Maria in Lukas 1,28: „Gegrüßt seist du – chairo – freue dich …“ Ein damals typischer Gruß wird zum Zuspruch für Freude und eröffnet unsere Geschichte, die des Neuen Bundes, mit Gott.

Gebet: Paulus betet für die Christen in Ephesus. Lass uns doch heute dieses Gebet gemeinsam beten und formuliere es persönlich: „Ich bitte Dich, (Gott), mir aus Deinem unerschöpflichen Reichtum Kraft zu schenken, damit ich durch Deinen Geist innerlich stark werde. Lass mich in Deiner Liebe fest verwurzelt sein, dass ich darauf baue. Lass mich das ganze Ausmaß Deiner Liebe (und Freude) erfahren. Ja, ich bete, dass ich diese Liebe und Freude immer tiefer verstehe, die ich mit meinem Verstand niemals ganz fassen kann. Damit ich immer mehr mit dem ganzen Reichtum des Lebens erfüllt bin, der bei Dir, Gott, zu finden ist. AMEN“