Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“
– Galater 5,22

5. Die Sprache des Himmels lernen

 

Welche Sprache wird wohl im Himmel gesprochen? Diese Frage hat schon zu manch lustiger Diskussion geführt. Wenn wir Menschen begegnen, deren Sprache uns nicht vertraut ist, dann bedeutet dies nicht, dass wir uns nicht verständigen können. Durch Gestik, Mimik und andere Hilfsmittel können wir in aller Regel deutlich machen, ob wir etwas trinken oder essen möchten oder ob wir schon satt sind. Die Verständigung in der Sprache des Himmels reicht ebenfalls über Worte hinaus und diese Sprache können wir lernen.

Wir werden aufgefordert und ermutigt, in enger Verbindung mit Gottes Geist unser Leben zu gestalten, wie Paulus sagt, „im Geist zu wandeln“. Durch diese enge Verbindung werden wir auch die Sprache des Himmels lernen. Wer mit dem Heiligen Geist lebt, in dessen Leben werden die Früchte des Geistes reifen. Paulus schreibt den Galatern: „Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung“ (Galater 5,22). Diese Früchte wachsen keinesfalls automatisch. Auch ein Garten bringt nicht automatisch alle wunderbaren Früchte hervor, nur weil dort Erde ist oder der Gärtner sich diese Früchte wünscht. Es werden nur die Früchte wachsen und gedeihen, die der Gärtner pflanzt, pflegt und gießt.

Paulus schreibt den Korinthern, wie er gepflanzt hat, wie Apollos gegossen und wie Gott das Wachstum in ihrem Glaubensleben geschenkt hat. Unser Teil ist es, den göttlichen Wachstumsprozess zu suchen und zuzulassen.

Wir können ihn aber auch verhindern und, wie wir im Hebräerbrief lesen, verpassen: „Ihr solltet schon längst Lehrer sein …“ (vgl. Hebräer 5,12). Der Schreiber des Hebräerbriefes kritisiert in diesem Vers nicht nur den fehlenden persönlichen Wachstumsprozess, er zeigt auch ein noch weit höheres Ziel auf – nämlich die Kompetenz, lehren zu können. Es ist auch in den himmlischen Tugenden ein Reifeprozess, bei dem wir selbst entdecken, wie die Sprache des Himmels klingt, die Sprache des Himmels erlernen und sie dann anderen vermitteln können.

In der Bergpredigt spricht Jesus von den himmlischen Tugenden, die, wenn wir sie für unser Leben anwenden, unser Leben bereichern. Dort, wo wir mit Fleiß die Sprache des Himmels lernen, werden wir glücklich und unser Leben wird so attraktiv sein, dass andere es wahrnehmen und ein Interesse daran entwickeln werden, so dass wir es weitergeben können. Damit diese Früchte sichtbar werden können, gilt es in gleicher Weise auch, unpassende Dinge aus unserem Garten des Lebens zu entfernen.

Gebet: „Jesus, Du sagst: „Selig sind die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel …“ Ich möchte Dir meine Armut bekennen, meine Schwachheit und gleichzeitig auch meine Sehnsucht nach Deiner Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Ich möchte Dir bekennen, dass ich Deinem Ruf folgen möchte, um von Dir zu lernen und damit die Wesenszüge und Charaktereigenschaften des Himmels in mir Gestalt gewinnen. Danke, dass Du mich an diesem Tag leiten und lehren willst. Danke für Deinen Zuspruch der Freude, des Jubels und den Ausblick auf einen großen Lohn. AMEN“