Jesus Christus hat uns in Seiner göttlichen Macht alles geschenkt … Er hat euch zugesagt, dass ihr an Seinem ewigen Wesen und Leben Anteil habt.
– 2. Petrus 1,3-4

4.  Wie im Himmel so auf Erden – antizipieren

 

Im Himmel macht es Freude, aktiv zu sein. Wir haben bereits gesehen, dass wir Himmelsbürger sind, mit Herrlichkeit gekrönt, und dass wir berufen sind zu herrschen. Wenn Johannes das Bild gebraucht, dass wir auf einem Thron sitzen und regieren, dann ist dies ein Ausdruck dafür, dass wir mitgestalten und aktiv sind. Beeindruckend ist es, wenn wir lesen, wie die Bäume im Himmel zwölfmal im Jahr Frucht bringen. Das klingt nach einer unbeschreiblich reichen Ernte. Im Himmel wird es keine Langeweile geben, nichts Ödes oder Unattraktives. Es wird keinerlei Motivationsprobleme geben, wir werden voller Energie und Freude sein und in Existenz bringen, was der Absicht und dem Wesen Gottes entspricht.

Das Neue Testament zeigt uns deutlich, dass Gläubige alle Aspekte, die sich mit dem Himmel verbinden, antizipieren sollen. Es gibt kaum ein besseres Wort, um zu beschreiben, dass wir alles Himmlische als Gottes Kinder, Botschafter, Beauftragte und Bevollmächtigte bereits hier auf der Erde repräsentieren und vorwegnehmen. Vorwegnehmen – dafür steht das Wort „antizipieren“. Das Reich Gottes, das bereits angebrochen ist, aber noch nicht in seiner Vollständigkeit existent ist, soll schon jetzt die Kultur des Himmels vermitteln und verkörpern.

N. T. Wright formuliert dies in seinem Buch „Glaube – und dann?“ folgendermaßen: „Menschen, die Jesus nachfolgen, dürfen schon in der Gegenwart damit beginnen, die Herzens- und Lebensgewohnheiten einzuüben, die dem Zustand der Dinge in Gottes Königreich entsprechen – dem Zustand, in dem die Dinge letztendlich sein werden, in dem sie aber auch bereits jetzt sind, weil Jesus hier ist.“

Petrus vertraut uns das Geheimnis an, dass Gott uns hier und heute Zutritt in die himmlische Welt gewährt, wenn wir „allen Fleiß aufwenden“ (vgl. 2. Petrus 1,5). Das klingt zunächst fast so, als würden wir durch unsere Kraft etwas bewirken können. Gemeint ist aber, dass wir mit so großer Freude und Begeisterung handeln, ohne jeden Zweifel und ohne Frust, weil wir wissen, dass uns Gottes himmlische Realität jetzt schon vollständig zur Verfügung steht. Wenn wir einen Ausflug in einen Vergnügungspark unternehmen, dann ergeben sich durch den Eintritt eine Fülle an Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt. Also starten wir gerne so früh wie möglich und bleiben, so lange es geht. Die Attraktionen werden so geplant, dass man zwischendurch auch mal die Möglichkeit hat, wieder Kraft zu sammeln oder sich zu stärken. Es soll ja Vergnügen bereiten und nicht stressig sein.

So ist es auch im Himmel: Bei aller Aktivität ist Stress im Himmel unvorstellbar. Freude, Aktivität, Frucht und Fleiß beinhalten nicht Hektik und Aktionismus aus schlechtem Gewissen heraus. Du darfst himmlisch entspannt leben! Und gleichzeitig kannst du aus der Kraft Gottes heraus, die uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat, zuversichtlich deine Möglichkeiten einsetzen.

Gebet: „Jesus, ich möchte Dir danken, dass Du mir die größten und kostbarsten Verheißungen erworben hast. Wo Umstände meine Geduld, meinen Einsatz und meine Hingabe erfordern, da möchte ich aus Deiner Kraft heraus alles einbringen, was Du mir anvertraut hast. Danke, dass ich stets vor Augen haben darf, dass Du es bist, der die Frucht hervorbringt. Ich möchte als Rebe mit Dir, dem Weinstock, verbunden bleiben und aus dieser engen Verbundenheit heraus leben. AMEN“