Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!  
– 1. Mose 1,26

3. Zum Herrschen erwählt

 

Wir haben gesehen, dass wir himmlisch leben können, weil wir Bürger des Himmels  sind. Ja mehr noch, wir haben nicht nur Zugang und Aufenthaltsrecht, Gott überträgt uns auch ein Mandat und stattet uns mit Seiner Autorität aus, indem Er uns krönt.

Schon bei der Schöpfung war es Gottes Absicht, dass Menschen gestalten, Einfluss nehmen und Positives hervorbringen. Als Er dem Menschen die Schöpfung anvertraute, sprach Er: „Macht euch die Erde untertan.“ Damit verbunden war nicht der Gedanke von Ausbeutung oder Ausnutzung, sondern einer verantwortungsvollen Fürsorge und Verwaltung. Es ist spannend zu lesen, wie Gott dem Menschen die Benennung der Tiere anvertraute und wie Er offensichtlich Seine Freude daran hatte zu sehen, welche Namen er für die einzelnen Tiere finden würde.

Zuweilen irritiert es uns, dass Gott die Ereignisse auf dieser Erde nicht alle vom Himmel steuert, und wir fragen uns oft, warum Er dieses oder jenes zulässt. Doch dabei übersehen wir, welchen gewaltigen Gestaltungsspielraum Gott uns Menschen übertragen hat. So wie wir einmal in der Ewigkeit mit Ihm regieren werden, ist es Gottes Absicht, dass wir heute schon in Seinem Sinne herrschen. Wenn wir unsere Möglichkeiten, himmlisch zu leben, erfassen wollen, dann gilt es, das Mandat zu herrschen zu ergreifen. Wir sind keine hilflosen Opfer der Umstände, sondern Gottes Mitarbeiter und als Verwalter bevollmächtigt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich von meinem Vater beauftragt wurde, eine Erledigung für ihn zu übernehmen. Er hat mir damals seine EC-Karte anvertraut und notwendigerweise auch die passende Pin. Das war eine große und bedeutende Sache für mich, denn damals war ich nicht wirklich vertraut mit den Möglichkeiten einer EC-Karte. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit und vermutlich muss der eine oder andere Leser über die kindliche Naivität schmunzeln. Gottes Absicht ist es, dass wir als Gotteskinder nicht naiv und einfältig, sondern weise handeln und herrschen. Dieser Begriff klingt für uns sperrig, weil wir damit möglicherweise ein dominantes oder sogar despotisches Verhalten verbinden.

Wenn Paulus in Römer 5,17 erwähnt, dass wir herrschen sollen, dann gebraucht er das Wort „basileuo“, was „König sein“ bedeutet. Wir sehen in Gott einen einzigartigen, guten und vollkommenen König und Er möchte, dass wir als Seine Kinder alles unternehmen, damit gute Rahmenbedingungen für das Leben und die Liebe entstehen. Er möchte, dass wir nicht gleichgültig hinnehmen, wo das Leben gering geachtet wird und die Liebe erkaltet. Wie ein guter König seine Möglichkeiten einsetzt, um das Richtige zu veranlassen, so dürfen wir jetzt schon himmlisch leben und herrschen.

Gebet: „Du, oh Gott, bist allmächtig und herrschst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du bist mein König und Dein Reich ist nicht auf Vergnügungen wie Essen und Trinken reduziert, sondern besteht in Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Danke, dass ich in Deinem Reich leben und in Deiner Autorität handeln darf. Ich bitte Dich um Weisheit, um Verständnis und Einsicht, so dass ich erkennen kann, auf welche Weise ich in meinem Umfeld Einfluss ausüben und Dein Königreich bauen kann. AMEN“